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KRANKHEITEN DES JEMENCHAMÄLEONS

Jemenchamäleons werden, wenn gute Haltungsbedingungen vorherschen nur sehr selten krank. Wildfänge sind eher von Krankheiten betroffen. Im nachfolgenden werden wir hier nur die häufigsten Krankheiten aufführen. Eine Behandlung sollte immer durch einen entsprechend ausgebildeten Tierarzt der sich auf Reptilien reptilienspezialisiert hat, durchgeführt werden.

Neu erworbene Chamäleons müssen zunächst in Quarantäne gesetzt werden. Hier sollte ein Zeitraum von mindestens drei bis vier Wochen eingehalten werden um eine eventuelle Ansteckung des bereits vorhandenen Tierbestandes zu vermeiden. Wenn ein Tier ständig Durchfall hat, liegt eine Krankheit vor. In diesem Fall sollte eine Kotprobe zu einem Untersuchungslabor eingeschickt werden. Nach der Diagnose wird das Labor Therapievorschläge unterbreiten.

Häutungsschwierigkeiten sind in der Regel auf eine zu geringe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Als Sofortmaßnahme sollte das Terrarium mehr besprüht werden.

Wichtig: Beim sprühen das in Häutung befindlichen Chamäleon nicht direkt ansprühen, da sich die Hautreste beim trocknen sehr verhärten können und sich das Tier noch schlechter Häuten kann.

Bei Bedarf können Sie die Hautreste mit einem feuchten Tuch vorsichtig abreiben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die betroffenen Körperbereiche absterben, was anschließend zum Tode des Chamäleons führen kann. Es ist aber auch möglich, dass ein während der Aufzucht entstandener Vitamin A und B-Komplex- Mangel  vorliegt. Dem können Sie entgegenwirken, indem das Futter mit entsprechenden Präperaten bestäubt wird. Diese erhlaten Sie in jedem guten Zoofachgeschäft.

Organverfettung ist das Resultat einer zu häufigen Fütterung. Damit das Tier nicht stirbt, muss eine sofortige Diät durchgeführt werden - Fastentage und fettarme Futtertiere!

Rachitis (Knochenerweichung) entsteht durch Calcium- und Vitamin D3 Mangel. Das Krankheitsbild kann wie folgt beschrieben werden:

- weicher Kiefer
- Tier neigt zu Knochenbrüchen
- Verkrümmung der Wirbelsäule, speziell bei der Schwanzwurzel
- verkrümmte Glieder oder krummer Helm

Mit Hilfe von UV-Licht wird im Körper das Vitamin D3 produziert.  Es kann aber auch im Form von Vitaminpulver zugeführt werden. Dieses Vitamin bewirkt, dass das Calcium von den Knochen aufgenommen wird. Die Erkrankung ist vermeidbar, wenn bei der Fütterung, die Futtertiere mit einem Vitamin-Mineralstoffgemisch (z.B. Korvimin) bestäubt werden. Zusätzlich kann Calcium im Form von fein geriebener Sepiaschale angeboten werden oder durch auflösen in Trinkwasser, dass mit einer Pipette verabreicht wird. Diese Therapie ist allerdings nur in Anfangsstadien erfolgreich.

Gichterkrankungen äußern sich durch geschwollene Gelenke. Sie entsteht durch eine zu häufige und fettreiche Fütterung sowie Flüssigkeitsmangel.

Parasiten (Milben, Bandwürmer usw..) haben meist nur Wildfänge. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das diese durch Futtertiere eingeschleppt werden. Ein guter Tierarzt hat für viele parasitäre Erkrankungen geeignete Medikamente und kann eine entsprechende Behandlung durchführen. Bitte vermeiden Sie "Eigenversuche" mit chemischen Keulen. Diese können schlimmstenfalls zum Tode des Tieres führen. Aus eigener Erfahrung ist gegen Milden eine Behandlung mit Parafinöl sehr hilfreich. Tropfen Sie das öl auf ein Wattestäbchen und wischen Sie die Milben damit vorsichtig ab. Durch das Parafinöl ersticken die Milben sofort. Zusätzlich sollte das Terrarium komplett gereinigt und desinfiziert werden, da sich die meisten Milben im Bodengrund aufhalten. Bei der desinfektion ist drauf zu achten, dass die Tiere erst nach vollständiger Auslüftung wieder in das Terrarium gesetzt werden. Bei stärkeren Mitteln sollte das Terrarium über einen längeren Zeitraum (1-2 Wochen) nicht wieder besiedelt werden. Zeitungspapier hat sich nach unserer Erfahrung auch als sehr nützlich herausgestellt, da es sich leicht auswechseln lässt.

Legenot kann bei Weibchen auftreten welches die Eier nicht ablegen kann. Hier ist es unbedingt notwendig, dass ein Tierarzt aufgesucht wird, da ansonsten das Chamäleon daran verenden würde. Hierfür wird vom Tierarzt ein Wehen auslösendes Medikament verabreicht. Legenot wird durch: Stress, wenn es keinen Eiablageplatz findet oder einer Vitamin- und Mineralstoffmangelerscheinung hervorgerufen. Um den Stress bei der Eiablage zu vermeiden, haben wir das Terrarium kurz vorher mit Tüchern zugehängt, um eine Sicht nach außen zu vermeiden.

 



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