:: Allgemeines
:: Bilder
:: Haltung
:: Krankheiten
:: Zucht
 
ZUCHT DES JEMENCHAMÄLEONS

In den meisten Fällen sind Männchen sehr paarungswillig. Ein Weibchen kann jährlich bis zu vier Gelege haben.

Ab einem Alter von 9-12 Monaten kann man davon ausgehen, dass ein Weibchen die körperliche Reife zur Paarung und Eiablage hat. Jemenchamäleons sind zwar schon mit ca. 6 Monaten geschlechtsreif, aber eine Verpaarung in diesem Alter sollte nicht unbedingt durchgeführt werden, da durch eine frühe Schwangerschaft die Lebenserwartung des weiblichen Chamäleons stark sinkt.

Falls das Jemenchamäleonweibchen nicht paarungsbereit ist, wechselt es von einer Grünfärbung zu einer Braun- bis Schwarzfärbung und faucht das Männchen an. Wenn das Männchen nun seine Annährungsversuche nicht abbricht, kann es vorkommen, dass das Weibchen zubeißt oder einfach nur flieht.

Bei einem paarungwilligen Weibhcen nähert sich das Männchen dem Weibchen von hinten und steigt auf dessen Rücken auf. Es am Weiterlaufen gehindert und das weibliche Tier hebt leicht den Schwanz und die Kloakeregion an. Die Kopulationsdauer beträgt bis zu 30 Minuten und kann mehrmals am Tag erfolgen. Dieses Verhalten kann einige Tage andauern. Eine erneute Paarungsbereitschaft erfolgt 60 bis 120 Tage nach der Eiablage.

Sobald das Weibchen tragend ist, sollte es vom Männchen getrennt werden damit es das Männchen nicht mehr bedrängen kann, ansonsten würde das trächtige Chamäleon zu viel Stress erleiden und es könnte im schlimmsten Fall zu einer Legenot kommen.

Die Paarungswilligkeit ist bei getrennten Tieren größer, als bei Tieren , die ständig miteinander in einem Terrarium leben. Bei einer getrennten Haltung ist es immer zu empfehlen, das Weibchen zum Männchen ins Terrarium zu setzen. Sobald die Verpaarung und Befruchtung erfolgreich war,, ändert das Weibchen seine Farbe extrem. Es kommt zu der sogenannten Graviditätsfärbung (siehe großes Bild). Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie auf eine Nährstoff- Vitamin- und Mineralstoffreiche Ernährung des Weichens achten.

 

Eiablage, Zeitigung und Inkubator

Nach der Verpaarung werden ca. 25 - 35 Tage später 20 - 80 Eier abgelegt. Das Weibchen führt ein paar Tage vorher Probegrabungen im Terrarium durch. Als Eiablageplatz hat sich ein Blumentopf oder ein anderes Gefäß bewährt. In dieses wird eine ca. 15 - 20 cm hohe Schicht aus Sand und Erde gefüllt. Der Sand darf nur leicht angefeuchtet werden, weil er sonst zu schwer ist das Chamäleon nicht graben kann.

Wenn ein geeigneter Eiablageplatz gefunden wurde, gräbt das Weibchen regelrechte Löcher und Tunnel. Wir waren sehr darüber erstaunt, welche "Bergbauarbeiten" ein derart kleines Tier vollbringen kann. Unser Weibchen hat sich fast komplett eingegraben. Wenn die Grabungen beendet sind, werden die Eier in das Loch gelegt und anschließend wieder zugegraben. Es ist wichtig darauf zu achten, dass das Chamäleon bei der Eiablage nicht gestört wird. Es könnte im schlimmsten Fall die Eiablage abbrechen und nicht wieder aufnehmen. Dann droht eine Legenot.

Der Vorgang der Eiablage nimmt einige Stunden in Anspruch. Danach benötigt das Weibchen unbedingt Flüssigkeit und Futter, damit es schnell zu Kräften kommt. Die ersten vier Wochen nach der Eiablage ist eine tägliche Fütterung besonders wichtig, damit das weibliche Tier wieder an Substanz zulegen kann. 

Die Eier sollten nach spätestens 24 Stunden vorsichtig ausgegraben werden. Anschießend werden sie in mit Deckel verschließbaren Heimchendosen gelegt. Als Brutsubstrat verwenden wir leicht angefeuchtetes Vermiculite (erhältlich im Zoofachhandel). Das Substrat ist bestens für diese Zwecke geeignet, da es sehr viel Feuchtigkeit speichert, ohne dabei zu schimmeln. Danach werden die verschlossenen Heimchendosen in einen Brutkasten (Inkubator) überführt.

Wichtig: Die Eier dürfen nach 24 Stunden nicht mehr gedreht werden, da sonst der Embryo abstirbt.

Die Brutkastentemperatur liegt im Bereich von 26°C bis 30°C. Während der Zeitigung legen die Eier deutlich an Größe zu. Spätestens alle vier Wochen sollten die Heimchendosen geöffnet werden, um so einen Gasaustausch zu gewährleisten und die Substratfeuchte zu überprüfen. Das Vermiculite darf nicht zu trocken sein, da sonst die Eier die Flüssigkeit verlieren.

Das Ganze erfordert ein bisschen Fingerspitzengefühl. Zwischendurch kann es vorkommen, dass ein Ei einfällt. Gründe hierfür sind entweder ein zu trockenes Brutsubstrat oder eine abgestorbe Frucht. Wenn nach dem Nachfeuchten ein bis zwei Tage später das Ei nicht wieder deutlich an Volumen zugenommen hat, so ist der Embryo tot. Abgestorbene Eier müssen unbedingt entfernt werden. Die Zeitigungsdauer beträgt zwischen 150 und 210 Tagen.

 

Schlupf und Aufzucht

Kurz bevor die Jungtiere schlüpfen, fangen die Eier an zu schwitzen (siehe Bild) und fallen danach ein. Die Jungtiere schlüpfen über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. In den ersten Tagen zehren die Jungtiere von ihrem Dottersack.  Erst nach dem dritten bis vierten Tag sollte das erste Mal mit kleinen Mikroheimchen (Acheta Domesticus) oder großen Fruchtfliegen (Drosophila hydei) gefüttert werden.

Jemenchamäleons müssen bis zum ca. siebten Lebensmonat täglich gefüttert werden. Die Futtertiere sollten immer mit einem Mineralstoff- Vitaminpräparat bestäubt werden um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Sobald die Chamäleons größere Futtertiere bewältigen können, müssen sie abwechselungsreich gefüttert werden. Damit die Jungtiere genügend Flüssigkeit erhalten, sollte das Terrarium 2x täglich mit lauwarmen Wasser besprüht werden. Die Tropfen werden von der Scheibe und den Blättern geleckt.

Die Jungtiere benötigen schon kurz nach ihrer Geburt ausreichend Platz. Das klettern fördert die Stärkung der Muskeln und der Koordinationsfähigkeit. Nach ca. 4 - 5 Monaten sollten die Chamäleons in ein größeres Becken umgesetzt werden. Die jungen Chamäleons können aber auch gleich in ein Terrarium gesetzt werden, das für adulte Tiere gedacht ist. Jedoch müssen sie dann einen Fütterplatz gewöhnt werden, da sonst die Futterdichte zu gering ist. Bei der Temperatur ist zu beachten, dass sie nicht 27 °C überschreiten sollte, weil die Jungtiere sonst an einem Hitzetot sterben könnten

Das Terrarium wird wie bei adulten Tieren eingerichtet. Statt dicke äste sollten aber dünne verwendet werden. Auf Bodengrund sollte vorerst verzichtet werden, da bei der Jagd auf die Beutetiere eventuell Erde mitverschluckt werden könnte. Stattdessen kann der Terrariumboden mit Papiertüchern oder Zeitung ausgelegt werden.

Nach einigen Wochen müssen die Tiere in kleinere Gruppen (ein Männchen und 3 - 4 Weibchen) getrennt werden. Ansonsten würde das für die Tiere Dauerstress bedeuten. Nachzuchten können frühestens nach 8 - 12 Wochen abgegeben werden



© private Reptiles, 2009 --- Alle Rechte vorbehalten ---