:: Allgemeines
:: Bilder
:: Haltung
:: Krankheiten
:: Zucht
:: Farbmorphen
 
ZUCHT DER KORNNATTER

Da Kornnattern aus den Klimazonen Nordamerikas stammen, machen sie in der Regel eine Winterruhe über mehrere Monate hinweg. Diese verbringen sie vor Frost geschützt in Höhlen oder Baumstämmen. Während dieser Ruhephase bildet das Männchen sein Sperma und das Weibchen seine Eizellen. Kornnattern sind so vermehrungsfreudig, dass es aber auch ohne die Einhaltung einer Ruhephase funktioniert. Dennoch entspricht eine regelmäßige Winterruhe dem Lebenszyklus der Kornnattern und trägt damit zu einer höheren Lebenserwartung bei.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist ein gesundes und gut genährtes Weibchen. Bei einer zu frühen Verpaarung fehlt dem Weibchen an Substanz, die nicht mehr aufgeholt werden kann. Jede Verpaarung entzieht der Schlange eine Menge Energie und somit Gewicht. Die Fortpflanzung kostet dem Muttertier sehr viel Kraft, so dass zu früh verpaarte Weibchen in ihrer Entwicklung gestört werden und immer etwas kleiner bleiben als Ihr Artgenossinnen, die später verpaart wurden.

Ein guter Anhaltspunkt, ob das Tier für eine erste Paarung bereit ist, ist das Gewicht.  Das Weibchen sollte mindestens 300g wiegen. Dies ist in der Regel bei normaler Fütterung nach 2-3 Jahren der Fall. Ein regelmäßiges Wiegen der Schlange (Männchen und Weibchen) ist dennoch wichtig, um die Entwicklung des Tieres beobachten zu können. Gewichtsverluste können auf eventuelle Krankheiten hindeuten.

Männchen benötigen weniger Reserven für eine Fortpflanzung und sind bereits, unabhängig von ihrem Gewicht, nach einem Lebensjahr fortpflanzungsfähig. über eine fehlende Paarungsbereitschaft bei Böcken braucht man sich keine Sorgen machen. Spätestens wenn die Weibchen durch Hormone ihre Paarungsbereitschaft signalisieren, sind auch die Böcke bereit.

 

Paarungsverhalten:
Schlangen sind normalerweise Einzelgänger. Treffen zwei oder mehrere paarungswillige Böcke aufeinander, kann es zu Rivalenkämpfen, den so genannten Kommentkämpfen kommen. Durch dieses unblutige Kräftemessen werben die Männchen um das Weibchen. Der zu Boden gedrückte ist der Unterlege und überlässt dem Sieger das Weibchen.

Derart unterdrückte Böcke können, das Futter verweigern und sich irgendwo in eine Ecke zurückzieht. Dieses Männchen sollte dann aus der Gruppe genommen und einzeln gehalten werden, bis es älter ist. Auch beim Sieger kann eine zeitweise Verweigerung der Futterannahme vorkommen, die aber normalerweise mit dem Ende der Paarungszeit vorbei ist.

 

Die Paarung:
Am Anfang folgt das Männchen dem Weibchen durch das ganze Terrarien, stupst es laufend mit der Nase an und versucht auf den Rücken des Weibchens zu kriechen. Durch diese Berührungen soll das Weichen stimuliert werden. Anschließend kommt es zu ersten Paarungsversuchen.

Nach ca. 20-30 Minuten erfolgt die eigentliche Kopulation. Das Männchen dringt mit einem seiner Hemipenise in das Weibchen ein und befruchtet sie mit seinem Samen. Begleitet wird der 15-30 Minuten dauernde Akt durch langsame Windebewegungen der beiden Schwänze. Sind Männchen und Weibchen ineinander, sollte man jede Störung vermeiden.

Trächtigkeit:
Eine erfolgreiche Befruchtung des Weibchens ist äußerlich nicht zu erkennen, d.h. wenn man den Kopulationsakt nicht selbst beobachtet hat, kann man nicht bestimmen, wann das Weibchen wieder aus dem Terrarium genommen werden soll. Soll das Männchen mehrere Weibchen befruchten, sollten zwischen den Paarungen mindestens drei Tage Ruhe liegen.

Die Weibchen sind bereits einige Tage nach der Befruchtung nicht mehr Paarungswillig und entziehen sich weiteren Annäherungsversuchen der Männchen. Die noch paarungsaktiven Männchen können in dieser Zeit auffallend aufgeregt im Terrarium herumkriechen.

Ob ein Weibchen tragend sein könnte, lässt sich feststellen, in dem man mit seinen Fingern ganz sanft über die Bauseite der Kornnatter streift und den Bauch des Weibchens abtastet. Sollte die Verpaarung erfolgreich gewesen sein, kann man nach ca. 2-3 Wochen die Eier spüren. Im Laufe der Trächtigkeit nimmt der Körperumfang im hinteren Drittel der Natter zu


Die Eiablage:
Normalerweise legen Kornnattern Ende März und Anfang Juli ihre Eier nach einer Tragezeit von rund 30-50 Tage nach der Befruchtung ab. Einige Tage vor der Ablage der Eier erhöht sich die Aktivät des Weibchens. Mit diesem Verhalten sucht das Weibchen einen geeigneten Ablageplatz. Spätenstens jetzt sollten Sie einen passendes Behältnis zur Verfügung stellen.

Hier bietet sich das auch zur Inkubation verwendete Vermiculite an, da es die Feuchtigkeit extrem gut speichert und dabei nicht zu Schimmelbildung neigt. Das Substrat wird in eine ausreichend große Box gefüllt, in die die Schlange durch ein Loch an der Oberseite kriechen und sich darin verstecken kann.

Kurz vor der Eiablage kann es ein, dass sich das Weibchen nochals häutet. Zwischen dieser Häutung und der Eiablage kann ein Zeitraum von 5-14 Tagen liegen.

Die Eiablage ist für die Schlange enorm kraftraubend und ein Gewichtsverlust bis zu 50% ist durchaus möglich. Um Komplikationen bei der Eiablage zu vermeiden sollte das Tier in während der Eiablage so wenig wie möglich gestört werden. Nach der Eiablage können die Eier in einen Inkubator überführt werden. es ist sehr wahrscheinlich, dass sie die Eier nicht einzeln aus der Ablagebox entfernen können, da die Eier in relativ kurzer Zeit nach der Ablage zusammenkleben werden. Es sollte nicht versucht werden, die Eier zu trennen, da es hierbei sehr leicht zu Beschädigungen der Eier kommen kann, da die Schalen noch sehr weich sind.

Die Größe eines Geleges kann zwischen 5 und 30 Eiern liegen und die Eier haben eine Größe zwischen 1,5 -4,0 cm lang. Unbefruchtete Eier können schon nach wenigen Tagen erkannt werden, da diese beginnen einzufallen, zu riechen und letzendlich zu schimmeln. Derartige Eier sollten nur entfernt werden, wenn sie einzeln liegen. Falls sie sich dem oben beschriebenen Haufen befinden, sollten die darin belassen werden.

Auch bei Eier der Kornatter gilt wie bei den meisten Reptilieneiern, dass diese 24 Stunden nach der Ablage nicht mehr gedreht werden dürfen, da hierdurch der Embryo absterben würde.

Die Inkubation:
Die Inkubationstemperatur sollte zwischen 27°-30°C und die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 80-90% liegen. Die Inkubationsdauer beträgt bei diesen Temperaturen ca. 80-100 Tage.



© private Reptiles, 2011 --- Alle Rechte vorbehalten ---